753 Stufen bis zum Himmel: Von Mošćenička Draga nach Mošćenice

Zurück im Königreich. Urlaub in Mošćenička Draga. Nach so vielen Jahren und Besuchen immer noch so schön.

Viel hatten wir nicht vor: Nur das Leben genießen an der Strandpromenade des Sipar. Das ist ohne Zweifel einer der schönsten Strände Kroatiens. Und Ende Mai noch nicht so überfüllt wie in den Ferienmonaten.

Wenn das Wetter in den Wochen vor der Anreise passt, ist auch das Meer schon richtig temperiert. 20 Grad sind ein bisschen kühl beim Hineingehen. Aber wenn man sich überwunden hat, ist das sehr angenehm. Schwimmen im Meer ist und bleibt etwas Wunderbares.

Essen, Baden, Essen, Trinken, Baden, Faulenzen, Essen, Baden, Kaffee trinken, Schlafen, Essen, Trinken, Baden. Nach drei Tagen ist man so mürbe, dass einem der Körper signalisiert: Ein bisschen Bewegung könnte nicht schaden.

Bewegung muss sein

In Mošćenička Draga kann man sehr viel machen, wenn man nicht nur am Strand liegen möchte. Bei Tauchern ist dieser Ort weit über die Grenzen hin bekannt. Man kann mit dem Tretboot oder Kajak ein bisschen an der Küste entlang fahren. Die Ausblicke auf die Učka zum Beispiel sind herrlich. Es ist das größte Gebirgsmassiv an der östlichen Seite der Halbinsel Istrien. Im Naturpark kann man auch Mountainbiken, Klettern, Reiten oder Wandern.

Oder man wendet den Blick nach Rijeka, zur Insel Krk oder zur Insel Cres. Die Kvarner Bucht liefert immer neue Perspektiven und Farben. Um das alles einmal von einer Anhöhe aus anzusehen, gibt es in Mošćenička Draga auch einen direkten Weg.

Davor gilt es nur, 753 Stufen zu überwinden, um nach Mošćenice zu gelangen. Der Ort thront auf 175 Metern Seehöhe über dem Strand Sveti Ivan (der etwas kleinere Strand am Ende der Promenade). Vom Sipar aus geht man zunächst die Promenade entlang bis zur Villa Rubin, hinter der der steile Pfad nach Mošćenice beginnt.

Schon an der Promenade schweifen die Blicke in alle Richtungen. Vorbei geht es an einer Steinvilla, die wir in Kindheitstagen „Muschelvilla“ genannt haben. Erwähnt man dieses Wort im Bekannten- und Verwandtenkreis, wissen alle sofort, die schon einmal in diesem schönen Ort Urlaub gemacht haben, welches Haus gemeint ist. Bei näherer Betrachtung sieht man erst, dass keine Muscheln in das Mauerwerk eingearbeitet sind, sondern kleine Kieselsteine.

Ein paar Meter weiter hat die Ortsverwaltung seit ein paar Jahren einen Hundestrand eingerichtet. Auch die Vierbeiner haben sich ab und zu eine kleine Abkühlung verdient. Eine gute Idee, wenn man bedenkt, dass immer mehr Menschen sehr gerne ihre Hunde mit in den Urlaub nehmen.

Nach knapp 20 Minuten – wenn man einige Pausen für die vielen schönen Sinneseindrücke macht oder mit Kindern unterwegs ist – erreicht man den Sveti Ivan-Strand. Vorbei am Buffet Val und an der Villa Rubin nähert man sich der ersten Stufe und dann geht die „Kletterei“ los. Von Stufe zu Stufe wird es steiler. Gleich zu Beginn gilt es, kurz innezuhalten, um das schöne Türkis des Meeres zu bestaunen, das zwischen den Bäumen erkennbar ist.

Der Großteil des Pfades ist im Wald und daher im Schatten. Im Mai kann man auch in der Mittagszeit hinauf nach Mošćenice gehen, eine Kopfbedeckung für die wenigen Meter in der prahlen Sonne und etwas zum Trinken sollten auf alle Fälle dabei sein. Im Sommer empfiehlt es sich, den Anstieg in der Früh in Angriff zu nehmen. Als Motivationsstütze sind Stufen im Hunderter-Abstand beginnend mit 100 markiert. 

Ein paar Minuten später muss man schnell die D66 überqueren. Auf diesem Stück der Küstenstraße beschleunigen die Autofahrer und Motorradfahrer relativ zügig. Aufmerksamkeit ist hier gefragt.

Nach der Straße geht es wieder in den Wald hinein, nun gewinnt man ordentlich an Höhenmetern. Und schneller als gedacht, sieht man schon die ersten Häuser des kleinen „Bergdorfes“, das man sich zum Ziel gesteckt hat. Die ersten Ausblicke auf die Kvarner Bucht von oben sorgen jedes Mal, wenn man den „Hügel“ erklommen hat, für ein erneutes Staunen. Und die Anstrengung davor verstärkt die intensiven Sinneseindrücke.

Terrasse mit Ausblick

Vorbei an der ziemlich gelobten, aber bei unserer Wanderung leider noch geschlossenen Konoba Tu Tamo, geht es die letzten Stufen hinauf in Richtung Altstadt. Bevor wir diese erkunden, stärken wir uns im „Perun“ mit gebackenen Calamari. Die Terrasse dieses Restaurants ist einfach ein Traum. Die Kvarner Bucht liegt in ihrer vollen Pracht im Blickfeld. Rund 45 Minuten haben wir vom Sipar bis zum „Gipfel“ gebraucht.

In den alten Ortskern von Mošćenice gelangt man durch ein Tor, über dem eine Steintafel die Verbindung zu Österreich unter Beweis stellt. Es ist das Wappen der Habsburger, das die Torerneuerung 1654 bekundet. 1896 wurde dieser Ort als Teil der österreichischen Provinz zur Gemeinde erklärt.

Die Gassen und Gässchen hinter dem Stadttor sind einfach sehenswert. Gleich rechts kann man sich in einem Museum über die Geschichte dieser Gegend informieren. Und eine etwa 300 Jahre alte Olivenmühle bestaunen. Vorbei an der Kirche gelangt man zu einer Aussichtsplattform, von der aus sich eine wunderbare Perspektive auf Mošćenička Draga auftut. Hier sollte man sich wirklich bewusst Zeit nehmen, um die Schönheit dieses kroatischen Landstriches wahrzunehmen.

Zurück in den Hauptort geht es entweder per Bus 32 oder zu Fuß die Stufen hinab. Wir haben uns für die Stufen entschieden. Schließlich wartete am Strand schon das nächste feine Essen im Bistro Plaža auf uns, nachdem wir uns am Strand ein bisschen von den Strapazen erholt hatten.

Mošćenička Draga: (M)ein Königreich

Alle Infos zu Mošćenička Draga auf Facebook

Essen und Trinken in Mošćenička Draga

Wohnmöglichkeiten findet man bei AnnaLinea

Eine andere wunderbare Sichtweise im Blog Auf-den-Berg.de

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