Auf einen Sonnenuntergang nach Grado

Wenn die Sehnsucht nach dem Meer groß ist, ist Klagenfurt als Ausgangspunkt für einen Kurzurlaub einfach ideal.

Nach knapp zwei Stunden ist man entweder in Slowenien, Kroatien oder Italien. Kvarner Bucht oder Obere Adria sind schnell erreicht und man taucht in eine komplett andere Welt ein. Dieses Mal führte der Weg nach Grado. Zum ersten Mal. Leider war die spektakuläre Anfahrt durch die Lagune über Aquileia nicht möglich, weil die Ponte Girevole gesperrt war. Aber auch die Fahrt über die Via Monfalcone ist wunderbar. Der Blick auf den Isonzo ist auf dieser Route inbegriffen.

Man parkt das Auto und schon segelt die erste Möwe über den Kopf hinweg. Salzgeruch liegt in der Luft. Nach wenigen Sekunden ist es wieder da. Dieses Gefühl, wenn man am Meer ist. Es ist ein Glücksgefühl. Es ist ein Gefühl, das man in frühester Kindheit beim ersten Mal in allen Körperzellen abspeichert und Zeit seines Lebens nicht verliert.

Zu Beginn der Osterferien, die heuer noch dazu relativ früh stattfinden, ans Meer fahren und nicht im Sommer? Eine gute Idee, wenn das Wetter passt. Die Luft ist zwar noch ein wenig kühl, aber die Sonne schon kräftig genug, um Energie zu tanken und „Bella Italia“ zu genießen. Warum weit fahren, wenn das Gute so nah an Kärnten liegt?

Flanieren mit hohem Genussfaktor

Grado mit seinen knapp 8.000 Einwohnern ist überschaubar, man findet sich schnell zurecht. Die Altstadt und der Lungomare laden zum Flanieren ein. Die Sonneninsel oder Goldinsel ist auch für einen Tagesausflug zu empfehlen. Hier kann man seine Seele baumeln lassen und dabei in einem der Cafés oder Lokalen auf der Piazza Duca D’Aosta oder den anderen lieblichen Gassen den einen oder anderen Aperol Spritz genießen. Die Farbe dieses Getränks erinnert an den Sonnenuntergang, den wir noch erleben sollten.

Wenn sich der Hunger regt, gibt es in Grado eine Vielzahl an Möglichkeiten, fein Essen zu gehen. Zum Schmökern vor einem Grado-Aufenthalt wie auch vor Besuchen von anderen Orten des Friaul bietet sich das Buch von Silvia Trippolt-Maderbacher „Genießen im Friaul – Die besten Adressen zwischen Bergen und Meer“ an. Hier finden sich zahlreiche Tipps für „Geschmacksreisende“.

Wir haben das „Agli Artisti“ probiert. Dieses Lokal darf aber nicht mit dem ebenso extrem empfehlenswerten „Agli Artisti“ in Moggio Udinese verwechselt werden. Der Name steht in beiden Fällen für sehr gute Qualität bei den Speisen. In Grado haben wir ein Carpaccio vom Wolfsbarsch, die Spaghetti Vongole und einen Branzino mit Kartoffel im Ofen geschmort, gegessen und waren sehr zufrieden.

Wer einfach mal Lust auf Pizza hat, dem bietet die Pizzeria La Ciacolada, die uns vom Vater eines guten Freundes aus Wien empfohlen wurde, alles, was das Herz begehrt. Wir wurden nicht enttäuscht. Die Pizze haben uns am ersten Abend so gut geschmeckt, dass wir noch einmal hingegangen sind.

Einen guten Überblick über die vielen Lokale in Grado, die vor allem Fischspezialitäten und alle anderen Formen von Meeresfrüchten auf die Teller zaubern, gibt es hier.

Grado ist in Bewegung

Neben dem Flanieren hat man in Grado in dieser Jahreszeit, in der Baden noch keine Option ist, einige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Der drei Kilometer lange Hauptstrand „Spiaggia Principale“ ist in Verbindung mit der schönen Promenade ideal für einen ausgedehnten Spaziergang. Man kann die Blicke über das Meer Richtung Triest oder Lignano schweifen lassen.

Für Golfspieler ist der Golf Club Grado Anziehungspunkt Nummer eins. Man kann sich ein Rad schnappen und unzählige Kilometer in der Lagune abspulen. Grado ist Zielort des Ciclovia Alpe Adria Radweges, der von Salzburg über Villach nach Tarvis und weiter bis in die Gradeser Lagune führt.

Wenn man Glück hat, erlebt man am Lungomare einen wunderschönen Sonnenuntergang. Und wenn dann auch noch Flugzeuge mit ihren Kondensstreifen ein Gemälde in den Himmel malen, ist ein romantischer Moment perfekt.

Gewohnt haben wir im Suite & Spa Mirabel in einer Apartment-Suite mit dem passenden Namen „Laguna“. Dieses Hotel bietet in der Nebensaison immer wieder gute Angebote an. Der Empfang war herzlich. Parken kann man in der Garage, wenn ein Platz frei ist. Sonst auf einem Parkplatz, der rund 300 Meter entfernt ist. In Grado ist alles per Fuß gut zu erreichen, das Auto kann man stehen lassen.

In der Apartment-Suite ist für einen angenehmen Aufenthalt vorgesorgt. Ein Kaffeeautomat liefert am Morgen den ersten italienischen Genuss. Für einen längeren Familienurlaub sind auch Waschmaschine, Bügeleisen, Bügelbrett und viel Stauraum vorhanden. Die kleinen Dinge mit einer aufmerksamen Gestaltung, wie die Regenschirme vor der Tür zur kleinen Wohnung, runden eine kurze Auszeit vom Alltag wunderbar ab.

Grado ist nicht zur im Sommer eine Reise wert. Viele Hotels bieten in der Vorsaison günstige Angebote für ein verlängertes Wochenende. Die meisten Restaurants und Cafés haben geöffnet. Es ist was los und man hat das italienische Flair. Das ist sehr angenehm, weil man auch leicht Platz findet in der Trattoria, Osteria oder Pizzeria seiner Wahl.

Alle Infos zu Grado gibt es auf der offiziellen Tourismus-Seite von Friuli Venezia Giulia

4 Kommentare

  1. Ein wunderbarer Bericht, wir bekamen gleich Sehnsucht an unser Grado welches wir seit ca. 35 Jahren kennen.

    Liebe Grüße von Christa und Gilbert Luke

    Ps: Christoph hat hier mit etwa 3 Jahren erstmals das Meer gesehen!

    1. Lieber Gilbert, liebe Christa! Vielen Dank für euren lieben Kommentar. Ich freue mich sehr darüber. Liebe Grüße nach Wien, Georg.

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