Giro de Adriatico – Etappe 4: Kurz-Trip nach Hvar

Tag vier der epischen Rad-Rundfahrt am Balkan beginnt mit einem herrlichen Frühstück auf der noch herrlicheren Terrasse des Hotels Villa Dvor.

Schon während des Frühstücks wird der Himmel über uns immer dunkler. Ein mächtiges Gewitter braut sich zusammen.

Wir bereiten die Abfahrt Richtung Insel Brac vor und wollen gerade auf unsere Räder steigen, als es heftig zu regnen beginnt.

Gewitter sorgt für Regenerations-Etappe

Schnell verstauen wir unser Zeug im Begleitwagen, stellen unsere Räder zusammen unter einen großen Baum und sprinten die 100 Stufen zum Hotel wieder hinauf. An Radfahren ist ob der gewaltigen Blitze nicht zu denken. Der Präsident alias Reiseleiter entscheidet, die Insel Brac wegzulassen und stattdessen nach Split und dann gleich auf die Insel Hvar zu fahren. So wird aus dieser Etappe unverhofft ein Kurz-Trip mit rund 50 Kilometern.

Wir machen es uns im Hotel-Restaurant gemütlich, nur unser Begleitfahrer muss im Auto ausharren und auf unsere Mountainbikes aufpassen. Dann bricht plötzlich Hektik aus. Ein Hotelgast will mit seinem Auto auf den hoteleigenen Parkplatz fahren, öffnet das automatische Tor und klemmt unsere Räder gepflegt ein.

So schnell das Gewitter gekommen war, so schnell verzieht es sich wieder. Nach einer Kontrolle der Räder, bei der nur der Tiroler in unseren Reihen ein kleines Problem mit den Bremsen feststellt, verlassen wir Omiš und begeben uns im Hinterland nach einem kurzen Anstieg Richtung Split.

Das Hinterland bietet eine Straße, die das Radfahren zu einem Cruisen werden lässt. Alles kann so einfach sein, wenn die Pedalumdrehungen scheinbar fast von alleine funktionieren. 

Die Fahrt in die Stadt, die kroatischen Volksmund auch die „Hauptstadt Dalmatiens“ genannt wird, kann dann jedoch als abenteuerlich oder sogar gefährlich bezeichnet werden. Viele Autos überholen uns, manche schneiden uns. Wir sind schließlich froh, heil zum Hafen zu kommen.

Im Hafen von Split entern wir eine Fähre der Jadrolinija, um auf die Insel Hvar überzustellen. Die Fahrt nach Stari Grad dauert knapp eineinhalb Stunden. Von dort radeln wir zunächst über einen Hügel (für Anfänger durchaus als Berg zu bezeichnen. Für uns, die wir mittlerweile zu „Profis“ mutiert sind eben ein Hügel, Anmerkung) und dann der Küste entlang Richtung Hauptstadt, die denselben Namen wie die Insel trägt.

Herrliche Ausblicke auf der Insel Hvar

Die Straße an der Küste entlang geht auf und ab. Auffallend im September: Wenige Autos machen das Radfahren hier zum Erlebnis. Man kann auch mal ohne Gefahr von hinten auf’s Meer blicken.

Wir nächtigen im Hotel Palace, dem ältesten Hotel der Stadt, mit einer herrlichen Lage direkt am Yacht-Hafen.

Das Hotel wurde angeblich 2008 renoviert und kommt jetzt bei der Rezeption und bei der Außenansicht chic und modern daher. Ein bisschen Charme des ehemaligen „Tito-Jugoslawiens“ wird bei genauerer Betrachtung sichtbar, als wir unsere Räder im Keller verstauen. 

Der Veranstaltungssaal ist mit einem roten Teppich ausgelegt, der frappant an die 1980er-Innenausstattung erinnert. Wer in den 80ern in Jugoslawien auf Urlaub war und in einem der verstaatlichten Hotels genächtigt hat, weiß wovon hier die Rede ist. Auch die Zimmer sind eher klein und haben diesen speziellen Charme. Für eine Nacht drückt man aber ein Auge zu. Auf einer Radtour ist man immer froh, im Etappen-Zielort ein Bett und ein Dach über dem Kopf zu haben.

Partystimmung im Yacht-Hafen

In der Stadt Hvar geht es rund. Viele Hochzeiten werden hier gefeiert. Das kann relativ laut werden, wenn man quasi am Hauptplatz wohnt. Für eine Nacht ist die Partystimmung aber in Ordnung. Bei einem längeren Urlaub kann das für manche Gäste zu einem Problem werden. 

In den Bars und Lokalen treffen sich die jungen und schönen Menschen Kroatiens, zum Ausgehen ist die Marina ein echter Hotspot. Hier lautet die Devise: „Sehen und gesehen werden.“ Bei einem oder mehreren Cocktails mit einem dazugehörigen Blick aufs Meer lässt sich das Leben genießen. Wir haben in der Bar „Carpe Diem“ nicht den Tag sondern den Abend genützt, um den kurzen Rad-Trip Revue passieren zu lassen.

Diese Bar mit Lounge-Charakter bietet genau das, was man sich im Urlaub oft wünscht. Chillige Musik, dazu gute Drinks und eine gute Stimmung. So werden die Strapazen der bisherigen Etappen ein bisschen leichter verarbeitet. Am nächsten Tag sollten wir die Schönheit der Insel Hvar noch besser kennen lernen.

Giro de Adriatico – Etappe 1: Von Senj nach Posedarje

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Giro de Adriatico – Etappe 5: Es Hvar so wunderschön!

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