Leo Kysèla auf der Luschaalm: Dem Musik-Himmel nah

Die Anfahrt zum Konzert könnte bei der Tour de France oder beim Giro d’Italia locker als Bergankunft durchgehen.

Kurz nach Bad Eisenkappel biegt man links ab Richtung Koprein-Petzen. Zunächst geht es noch relativ flach dahin, aber dann beginnen schon die steilen Rampen hoch zum Alpengasthof Riepl. Auf rund 1.200 Metern Seehöhe gelegen.

Der Gig Anfang August ist für Leo Kysèla zu einem fixen Bestandteil seines Tourplans geworden. Die Bühne ist in einem ehemaligen Heustadl aufgebaut, der sonst vermehrt zum Bogenschießen verwendet wird. In einem viel intimeren Rahmen kann man ein Konzert nicht durchführen.

Auf Gemütlichkeit wird schon vor Konzertbeginn großer Wert gelegt. Die Künstler – Kysèla hat traditionell seine musikalischen Partner Jörg Veselka und Chris Hammer mit auf die Alm genommen – sitzen gemeinsam beim Essen und Trinken und mischen sich auch unter die Fans.

Der Blick vom Alpengasthof Riepl. Ein Genuss für die Augen.

Die Lage vom Alpengasthof Riepl sorgt für Genüsse: Der Blick auf die Steiner Alpen und auf einen Teil der Karawanken lässt sich mit einem guten Essen und dem einen oder anderen Bier verbinden. Natürlich finden sich auch Weine auf der Speisekarte. Die ideale Einstimmung für ein Konzert.

Edi Wallisch und seine Familie führen den Alpengasthof und haben dieses Refugium zu einem Ort für Kunst und Kultur gemacht. Von hier aus kann man wunderbar wandern gehen oder einfach die Seele baumeln lassen.

Man kann aber auch immer wieder Konzerte und Lesungen erleben. Für Menschen, die spät nachts nicht mehr die abenteuerliche Abfahrt in Angriff nehmen wollen, gibt es auch Zimmer.

Das Konzert beginnt. Ganz vorne haben die Veranstalter Rodel zusammen gestellt. Auch so kann man für zusätzliche Sitzplätze sorgen. Kysèla betritt die Bühne und bittet gleich Jörg Veselka zu sich auf die Bretter, die die Welt bedeuten. In einem Heustadl sind das wahrlich keine geflügelten Worte…

Mit „Back In The Days“ starten sie in einen Konzertabend, der noch lange in den Ohren der Zuhörerinnen und Zuhörer nachhallen wird. Gleich nach dem Startsong überlässt Kysèla zunächst dem Singer-Songwriter aus Graz die Bühne. Später wird auch noch Violin-Virtuose Chris Hammer auf der Bühne erscheinen. Dieses Konzept behalten die drei Akteure auch nach der Pause bei.

Ganz eigene Klangwelt

Veselka berührt mit seiner Musik. Seine Texte und auch sein Gitarrenspiel kommen aus seinem tiefsten Herzen, wenn er über seine vor wenigen Monaten geborene Tochter oder seine verstorbene Mutter singt. Damit ist er die ideale Ergänzung zu seinem Mastermind Kysèla. Der gelernte Architekt hat einen ganz eigenen Musik-Stil entworfen. Der Slogan auf seiner offiziellen Website fasst seine Musikausrichtung sehr gut zusammen: „Austrias finest quality in soul, blues and crossover“

Ein Konzert in einem Heustadl. Sollte man einmal erlebt haben.

Soul, Blues und Crossover machen andere auch. Aber die Klangwelt, die Kysèla bei einem Konzert mit seiner Gitarre oder E-Bass erschafft, ist außergewöhnlich. Veselka und später auch Chris Hammer machen diese Klangwelt vollkommen. Und das geht unter die Haut.

Kysèlas Setlist ist schwerpunktmäßig auf seiner neuen CD, die eine Mischung aus Livesongs, neuen Songs und (Live-)Coverversionen ist, aufgebaut.

Er hat sich für das neue Werk eine steirische „Supergroup“ namens LEO’N SKY zusammen gestellt. Mit dabei sind neben Jörg Veselka und Chris Hammer noch Louis Kiefer (bekannt für sein fulminantes Bassspiel, aber auch für seine edlen Brände), Jasmin H. Kiefer, Giorgio Hammer und Fritz Jerey.

Schön mitzuerleben ist es, wenn es einen so „alten Hasen“ wie Kysèla aus ganzem Herzen freut, dass die Auskoppelung „Little Blue Apples“ regelmäßig auf Radio Steiermark gespielt wird. Der Ohrwurm ist nur einer von vielen Höhepunkten eines äußerst stimmigen Abends.

Ganz speziell sind auch die Coverversionen. Kysèla und seinen Kollegen gelingt es, U2s „With Or Without You“, den Stones-Klassiker „Honky Tonk Women“, den Youtube-Hit von A Great Big World und Christina Aguileras „Say Something“ so klingen zu lassen, als wären es völlig neue Songs. Mit dem Kunststück, dass sie trotzdem erkennbar bleiben.

Dazu gesellen sich weitere Highlights wie Eddie Vedders „Rise“ aus dem Soundtrack zum Film „Into The Wild“, bei dem Kysèla der Blues-Mundharmonika unglaubliche Töne entlockt. Wunderbare Eigenkompositionen wie „Love Would Set Me Free“ oder „24 Hours“ verzaubern das Publikum.

Ein Konzert-Abend, der auf gut 1.200 Metern Seehöhe dem Musik-Himmel sehr nahe gekommen ist.

Leo Kysèla auf Youtube.

Jörg Veselkas offizielle Website und Youtube

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