Mošćenička Draga: (M)ein Königreich

Sommer. Urlaubszeit. Reiseplanung. Das alles beginnt oft in Gesprächen mit Freunden oder Verwandten. „Was macht ihr im Urlaub?“ und  „Wo fährt ihr hin?“ sind wohl die meist gestellten Fragen in dieser schönen Jahreszeit.

In diesen Gesprächen werden immer wieder auch Urlaubserinnerungen zum Thema. Das Schwelgen darin ist vermutlich eines der schönsten Dinge, die man tun kann, um sich ein Stück Urlaub nach Hause zu holen. Genau für diese Momente fährt man doch auf Urlaub, oder?

Im Hafen: Ankerpunkt für Urlaubserinnerungen.
Im Hafen: Ankerpunkt für Urlaubserinnerungen.

Nicht nur, um sich zu erholen, sondern auch, um sich viele wunderbare Bilder im Gehirn abzuspeichern. 

Die Digitalkameras und unsere Smartphones haben es möglich gemacht, viele dieser Bilder auch auf technischem Wege festzuhalten. Was sie aber nicht können: Unsere Gefühle, die Gerüche, die Situationen, den Überblick über das Ganze festhalten. Das ist und bleibt nur in unseren Köpfen fest verankert.

Wenn dann irgendwann die Frage nach dem Lieblingsort fällt, weiß ich sofort die Antwort: Der Hafen von Mošćenička Draga in Kroatien.

Dieser Ort erfüllt mich mit Glücksmomenten. Wenn ich dort ankomme, geht mein Herz auf und ich bin zufrieden. Hier werden viele Urlaubserinnerungen wach und immer wieder Neue ins Hirn gepflanzt.

Bilder: Traumhafes Mošćenička Draga

Die Blicke reichen hinaus zu einem der schönsten Strände Kroatiens – mit dem klangvollen Namen Sipar – gehen zur Insel Cres und in die Kvarnerbucht zum gegenüberliegenden Rijeka. Das vor allem nachts – dank der vielen Wohnungs- und Straßenbeleuchtungen – mit einem Lichtermeer aufwarten kann.

Der kroatische Dichter Rikard Katalinić Jeretov hat schon 1940 das Gefühl dieses Ortes in einem Gedicht festgehalten:

Sipar

„Ihr kennt nicht Sipar, kennt nicht meinen Strand,
wo in Kindertagen Muscheln ich fand,
in Träumen schwebte, Schmetterlinge fing,
verzaubert von Wellen, Meer und Wind,
voll Sehnsucht, auf die Učka zu gehen,
um die Feen und Elfen zu sehen,
die an heiteren Tagen
auf geflügelten Pferden
den Strahlen der Sonne nachjagen.
Ihr kennt nicht Sipar, kennt nicht meinen Strand,
wo ich als Kind mein Königreich fand,
aus dem man mich im Alter verbannt.“

Das Besondere an Mošćenička Draga ist, dass der Strand Sipar über eine wunderschöne Promenade (Lungomare) mit einem zweiten, etwas kleineren aber dafür auch sehr feinen Strand  – Sveti Ivan – verbunden ist. Dass dieser Weg romantische Gefühle weckt, wie es auf der offiziellen Tourismus-Seite beschrieben wird, kann nur bestätigt werden…

Wer es besonders sportlich haben möchte, kann vom Sveti Ivan die 753 Stufen hinauf nach Mošćenice steigen, der Ausblick auf die Kvarnerbucht entschädigt für die Mühen. Und man kann beim Stadttor, das zum alten Ortskern führt, einiges über österreichische Geschichte lernen.

Auch kulinarisch hat dieser liebliche Ort – Draga bedeutet übersetzt einerseits „Liebe“, andererseits aber auch „Bucht“ (was bei der Lage auch Sinn ergibt) – viel zu bieten. Die Kvarner Scampi oder „draški škampi“ haben in den letzten Jahren in einigen Reisejournalen Erwähnung gefunden und sind damit über die Grenzen hinaus bekannt geworden.

Caffe Velebit - ein Pflichttermin in Mošćenička Draga.
Caffe Velebit – ein Pflichttermin in Mošćenička Draga.

In den meisten Lokalen isst man sehr gut, Fischsuppe und Meeresgetier sind auf den Speisekarten die Highlights.

Feiner essen geht man im „Johnson“, gemütlich im „Sidro“ in der Kurve an der Hauptstraße. Die besten Ausblicke, aber auch eine gute Küche, hat man im „Perun“ und in der „Konoba Tu Tamo“ in Mošćenice. Die gesamte Gastronomie findet man hier schön im Überblick. Und die Unterkünfte gibt’s hier.

In den letzten Jahren haben sich an der Promenade entlang einige Cafés und Bars etabliert. Hier lässt sich bei einem Kaffee, einem Eis, einem (Bananen-)Frappé oder einem Cocktail das Leben genießen. Mit unzähligen Blicken hinaus zum Hafen und aufs Meer schafft man sich hier sein (Urlaubs-)Königreich.

Auf ein Bier ins Velebit

Und Mošćenička Draga haben nur diejenigen Gäste wirklich erlebt, die im „Caffe Velebit“ bei einem Bier oder einem Biska (herrlicher Mistelschnaps) gesessen sind. Eine kleine Bar mit Kultcharakter. Warum? Das ist vermutlich mit den vielen Urlaubserinnerungen verbunden…

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2 Kommentare

  1. Seit dem Jahr 1970, also heuer 50 Jahre war ich in Draga. Leider ist das Quartier nicht mehr durch den Todesfall der Besitzerin. Für uns sehr traurig. Wir denken gerne an das wunderschöne Platzerl am Meer!

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