Nicht nur die Koschuta war Zeuge: DSG Sele-Zell holt den 1. Karawanken Cup

Samstag, 27. Jänner 2018,  knapp nach 22:00 Uhr im Stadion pod Košuto/Koschutastadion von Sele-Zell: Die Gastgeber von der DSG Sele-Zell stemmen unter tosendem Applaus der zahlreich erschienenen Zuschauerinnen und Zuschauer den Pokal namens „Karawanken Cup“.

Sie haben soeben Ferlacher und Rosentaler Sportgeschichte geschrieben. Nach einem souveränen 3:1-Finalsieg gegen die Karawanken Murmalan bleibt der vom Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser gespendete Wanderpokal unter der Koschuta.

Es war alles angerichtet im Bergsteigerdorf: Die Zellaner hatten trotz der warmen Temperaturen in den letzten Tagen – wie schon beim emotionalen „Gastspiel“ der beiden Ferlacher Klubs am Mittwoch – eine wunderbar bespielbare Eisfläche für den großen Finaltag hergezaubert.

Am 20. Jänner 2017 war bei einem Derby in Zell, als die Murmalan mit ihrem Pressemann im Tor bei Minus 15 Grad (!) einen hauchdünnen 8:7-Sieg feierten, die Idee zum Karawanken Cup geboren worden.

Als ein Puck wegen der Kälte gebrochen war, wurde zuerst noch im Scherz gemeint, aus den beiden Hälften müsste man einen „Wanderpokal“ basteln. Gesagt, getan. Als Mastermind des Karawanken Cups kann Walter Schmied von den Karawanken Murmalan bezeichnet werden, der in unermüdlicher Weise am Organisieren ist. Er reserviert Eishallen, sucht und findet die Termine für Spiele und Trainings. Organisiert den Pokal. Und schießt nebenbei noch wichtige Tore für die Murmalan. Zusammengefasst: Ohne „Oschojo“, wie er im Volksmund auch genannt wird, kein Karawanken Cup.

Jedes Spiel ist ein Derby

Zum Final Four: Nur drei Tage nach dem äußerst hitzigen Ferlacher Stadtderby trafen die Karawanken Murmalan im ersten Halbfinale auf die ATUS Ferlach Grizzlies. Seit dem Preseason-Game in der so friedlichen Adventzeit knapp vor Weihnachten ist die Lage zwischen den Cracks der beiden Teams leicht angespannt. Kaum auf dem Eis, entladen sich bei den Kontrahenten aus der „Büchsenmacherstadt“ die Emotionen.

Das führte so weit, dass der umsichtige Schiri Wolfi Kopeinig nach einer Szene alle Spieler auf das Eis zu sich holen musste, um ein kurzes „Eishockey-Seminar“ in Sachen Regeln und Fairness abzuhalten. Nach einem hart geführten Spiel setzten sich die Murmalan erst am Ende deutlich mit 4:1 durch. Lange war das Match auf des Messers Schneide gestanden. Das Shakehands am Ende war eine der schönsten Szenen beim Final Four.

Video: Die besten Szenen vom Final Four unter der Koschuta

Im zweiten Halbfinale trauten die Zuschauerinnen und Zuschauer ihren Augen nicht. Die als krasser Außenseiter ins Turnier gegangenen Gotschuchner und St. Margaretner, die eine Spielgemeinschaft bilden, legten einen Traumstart hin und führten nach einem beherzten Spiel mit 3:0. Mit der Sensation am Schläger musste die SG Gotschuchen/St. Margareten erfahren, was Zellaner Beharrlichkeit und Kampfgeist bedeuten. Die DSG Sele-Zell ist erst besiegt, wenn im Vereinsheim um fünf Uhr früh das Licht abgedreht wird.

Mit einem 5:3 folgten die Zellaner Haudegen den Murmalan ins große Finale. Nach der noch kurzen Geschichte des Karawanken Cups so etwas wie das Traumfinale. Andererseits: Eigentlich wäre jedes Spiel ein Traumfinale, es ist auch jedes Spiel ein Derby!

Was den Karawanken Cup auch ausmacht, zeigten die Cracks in den Pausen der jeweiligen Spiele: So wurden mit Schaufeln das Eis für die nächste Partie abgezogen, obwohl sie gerade harte 45 Minuten in den Knochen hatten. 

Im kleinen Finale setzten sich die ATUS Ferlach Grizzlies knapp mit 4:3 gegen die SG Gotschuchen/St. Margareten durch. Die Spielgemeinschaft zeigte erneut, was das Wort Spielgemeinschaft bedeutet: Fight bis zu letzten Sekunde.  Doch die Bären waren bissig, so leicht dringt bei den Raubtieren kein Gegner ins Revier ein.

Zellaner lassen nichts anbrennen

Dann der Höhepunkt des Final Four: Im Urspiel des Karawanken Cups trafen die DSG Sele-Zell und die Karawanken Murmalan aufeinander. Die Gastgeber hatten ihre Geschenke schon in Form des herrlichen Eises und der Austragung des Finales gemacht. Sportlich gab es keine Präsente für die Gäste aus Ferlach.

Die Zellaner zeigten von Beginn an, dass unter der Koschuta nicht viel zu holen ist für die gegnerischen Teams. Nur die SG Gotschuchen/St. Margareten schafft es letztendlich, im Rahmen des Cups einen Punkt aus dem Koschutastadion zu entführen.

Abgezockt ließen die Hausherren, die jede kleinste Schramme in der legendär niedrigen Bande kennen, keine Schüsse der Murmalan zu. Eine taktische Meisterleistung, die am Ende auch zum Titel führen sollte. In der gesamten Spielzeit hatte man nicht das Gefühl, dass die Ferlacher dem Match eine Wendung hätten geben können. Der Ehrentreffer gelang mit dem einzigen ernst zunehmenden Torschuss, als das Finale schon längt zugunsten der Zellaner entschieden war. 

Ferlachs Bürgermeister Ingo Appé, einst selbst leidenschaftlicher Eishakler beim ESV Ferlach, gratulierte dem ersten Sieger und sprach bei der Pokalübergabe das aus, was der Sinn des Karawanken Cups ist: „Der Spaß soll im Vordergrund stehen!“

Dieser Spaß stand dann im Vereinsheim beim Après-Eishockey bei Bier und Leberkäs-Semmeln, die die charmanten Damen der DSG Sele-Zell mit viel Liebe servierten, wirklich im Vordergrund. Eine wirklich gelungene Veranstaltung endete mit einem geselligen Zusammensein. Einer Fortsetzung des Karawanken Cups steht nichts im Wege, wie es Murmalan-Präsident Sigi Harter richtig formulierte. Danke/Hvala!

Video: Die offizielle Siegerehrung

1. Karawanken Cup – Final Four:

Halbfinale 1:
Karawanken Murmalan – ATUS Ferlach Grizzlies 4:1

Halbfinale 2:
DSG Sele-Zell – SG Gotschuchen/St. Margareten 5:3

Spiel um Platz drei:
ATUS Ferlach Grizzlies – SG Gotschuchen/St. Margareten 4:3

Finale:
DSG Sele-Zell – Karawanken Murmalan 3:1

Endstand des 1. Karawanken Cups:

Rang Team
1. DSG Sele/Zell
2. Karawanken Murmalan
3. ATUS Ferlach Grizzlies
4. SG Gotschuchen/St. Margareten

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