Bleistätter Moor: Naturjuwel am Ossiacher See

Selten, aber doch können Überflutungen auch etwas Positives bewirken.

Seit im Frühjahr 2017 die Pumpen beim Bleistätter Moor abgeschaltet worden sind und das zu Ackerland umgewandelte Moor einer Renaturierung unterzogen worden ist, hat sich am östlichen Ufer des Ossiacher Sees eine äußerst erlebenswerte Naturlandschaft entwickelt.

Anfang der 1930er Jahre wurde das Moor trocken gelegt und die neu entstandenen Wiesen landwirtschaftlich genutzt. Das hatte über Jahrzehnte zur Folge, dass die Wasserqualität des Ossiacher Sees in der Ostbucht aufgrund von ausgeschwemmten Dünge- und Pflanzenschutzmittel immer schlechter wurde, wie auf der Website des Land Kärnten nachzulesen ist.

Heute ist das Moor renaturiert und als „Europaschutzgebiet Tiebelmündung-Bleistätter Moor“ ein Paradies für Tiere und Pflanzen. Und auch für Menschen. Das rund 80 Hektar große Natur-Areal ist in den letzten Jahren zu einem Ausflugsziel geworden, bei dem die Besucherinnen und Besucher auch den sanften Umgang mit unserer unmittelbaren Lebenswelt vorleben und pflegen sollen.

Die Rundwanderung am Slow Trail um das Bleistätter Moor ist für Familien mit Kindern sehr gut geeignet, um verschiedene Tierarten zu beobachten. Da man auf dem gepflegten Weg mitten in den Lebensraum dieser Tiere eindringt, ist es für die Eltern eine gute Möglichkeit, den Kindern den respektvollen Umgang mit der Natur auf der Runde um das Moor vorzuleben.

Video: Entschleunigen beim Bleistätter Moor

Im Moor leben beziehungsweise verweilen alleine über 200 Vogelarten, die diese Landschaft als Nest- und Brutstätte nutzen. Aber auch zahlreiche andere Arten wie Schmetterlinge, Amphibien, Fledermäuse und Fische haben hier ihren Lebensraum gefunden. Daher ist es wichtig, hier sehr ruhig und still die Fauna und Flora zu beobachten. Hunde müssen an die Leine, Radfahrer müssen auf gekennzeichneten Abschnitten absteigen und ihre Fahrräder schieben.

Nicht umsonst werden diese „Slow Trails“ in Kärnten immer beliebter. Statt sich abzuhetzen, ist Entschleunigung angesagt. Und die Natur liefert dafür in dieser Gegend alle Voraussetzungen. Die Umsetzung ist sehr gelungen, immer wieder sind auf dem Trail kleine Verweilpunkte angelegt, auf denen man stehend, sitzend oder sogar liegend Pausen einlegen und die Natur beobachten kann.

Je nach Einstieg in den Trail ist der Rundweg zwischen fünf und sieben Kilometern lang. Startet man in Steindorf vom Parkplatz bei der Eishalle aus in den Trail – vorbei am Domenig Steinhaus – sind es rund sieben Kilometer. Von Parkplatz 4 und Parkplatz 5 am Ostende von Steindorf ist die Umrundung zirka fünf Kilometer lang.

Die Mitnahme von Fernglas und Kamera ist empfehlenswert. Den Rest für viele neue Sinneseindrücke erledigt die Natur und die elegant in die Bergwelt eingebettete Wasserlandschaft. Zwei Beobachtungstürme, der Steindorfer Moorturm und der Ossiacher Moorturm nach Überquerung der Tiebel, machen es möglich, die Tierwelt aus einer leicht erhöhten Position zu betrachten.

Bilder: Ausflug zum Ossiacher See und Moor

Auf dem Weg werden immer wieder wunderschöne Ausblicke auf den Ossiacher See frei. Auf der anderen Seite des Weges ist das Moor teils stark verwachsen, teils eine offene Wasserfläche. Das ergibt immer wieder natürliche Sichtachsen wie zum Beispiel auf das Pumpenhaus, das im Moor zu versinken scheint. Erst später ist aus einer anderen Perspektive zu erkennen, dass es wirklich im Moor eingesunken ist. Und auf dem Dach des Pumpenhauses kümmert sich ein Storch um seinen Nachwuchs.

Auf dem Rückweg über die Bleistätter Moor Landesstraße steht auch noch ein Tier-Konzert auf dem Programm. Hier quaken Frösche um die Wette und die Artenvielfalt wird nicht nur sichtbar, sondern hörbar.

Ossiacher See zum Einrahmen

Wer nach der Runde um das Moor noch nicht genug von Ausblicken hat und sportlich ambitioniert ist, kann in Steindorf einen Abstecher zu Kathrin’s Buschenschenke machen. Von der Dorfstraße zweigt man in die Bergstraße ein, die äußerst knackig nach oben führt. Rund 300 Höhenmeter auf 2,5 Kilometer sind zu absolvieren.

Die zur Orientierung montierten Tafeln erinnern die Wanderinnen und Wanderer daran, auf dem Alpe Adria Trail unterwegs zu sein. Etappe 19 führt nämlich von der Gerlitzen Alpe nach Ossiach. Aber auch eine Auffahrt mit dem Auto oder Rad ist möglich.

In einer Serpentine geht der Weg Richtung Buschenschenke in einen Schotterweg über. Nach sehr anstrengenden Höhenmetern gibt’s zur Belohnung dann einen spektakulären Ausblick auf den Ossiacher See mit den Karawanken und Julischen Alpen als Kulisse. Zum Einrahmen des wunderschönen Ausfluges ist direkt bei der Buschenschenke sogar ein Holzrahmen aufgestellt. Ein bekanntes und beliebtes Fotomotiv.

Nach diesem außergewöhnlichen Tag am Ossiacher See steht fest: Wir wollen Moor!

Anreise und Parkplätze:

Das Bleistätter Moor in Steindorf und die Ostbucht des Ossiacher Sees sind mit dem Auto von Klagenfurt über Feldkirchen auf der B94 in rund 40 Minuten erreichbar. Von Villach ist es nur ein Katzensprung über Annenheim und Bodensdorf nach Steindorf. Parkplätze gibt es bei der Ossiacher See Halle, beim Gasthof Laggner und die Parkplätze 4 und 5 an der Bleistätter Moor Landesstraße.

Der umweltfreundliche SüdSehnSucht-Tipp

Auch die Anreise mit der Bahn nach Steindorf zum Bleistätter Moor ist möglich. Mit der ÖBB dauert die Fahrt von Klagenfurt je nach Umstieg in Villach rund eine Stunde. Von Villach aus dauert die Fahrt rund eine halbe Stunde. Von Feldkirchen ist man mit dem Zug in rund zehn Minuten in Steindorf. Für sportliche Menschen ist von Feldkirchen und Villach und Umgebung auch das Rad ein mögliches umweltfreundliches Verkehrsmittel.

Hier kommt der ÖBB-Fahrplan zum Zug

Nützliche Links im Überblick:

Urlaubsregion Villach – Faaker See – Ossiacher See auf Facebook, Instagram und YouTube
Alle Infos zur Urlaubsregion Villach – Faaker See – Ossiacher See auf der offiziellen Website

Slow Trail am Bleistätter Moor

Vogelbeobachtung mit dem Verein NaTour ErLeben

Kathrin’s Buschenschenke auf Facebook
Infos zu Kathrin’s Buschenschenke

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