Wanderung bei den Laghi di Fusine: Ein Hauch von Kanada

Der Reiseonkel hat immer sehr spontane Ideen. Knapp eine halbe Stunde nach seinem Anruf saßen wir schon im Auto Richtung Italien.

Die Laghi di Fusine waren Ausgangspunkt für eine schöne Herbstwanderung. Die Weißenfelser Seen, wie die beiden Naturjuwele auf Deutsch genannt werden, sind ein wunderschönes Ausflugsziel im Dreiländereck Kärnten, Friaul, Slowenien. 

Die beiden Seen sind von Klagenfurt aus in rund einer Stunde erreichbar. Von Villach ist der Weg dorthin sowieso nur ein Katzensprung. Wenn man von Tarvis Richtung Slowenien fährt, biegt man in Fusine von der Via Cavour in die Via Laghi ab. Eine eher unscheinbare Tafel zeigt den Weg an der Kreuzung an.

Zunächst erreicht man den Lago inferiore, ein paar hundert Meter weiter den Lago superiore. Hier lassen wir unser Auto stehen und starten in eine Rundwanderung mit herrlichen Ausblicken.

Die beiden Seen werden von einer wunderschönen Gebirgskette mit dem vierthöchsten Gipfel der Julischen Alpen – dem Mangart (2.677 Meter) umrahmt. Die Szenerie mit den Seen und den Bergen im Hintergrund erinnert ein bisschen an Bergmotive in British Columbia in Kanada.

Für Familienausflüge bieten Tarvis und seine Umgebung in allen Jahreszeiten sehr viel an Möglichkeiten. Bei den Laghi di Fusine kann man einfach nur die Seele baumeln lassen und die Natur genießen. Für sportliche Menschen liefert diese Gegend unzählige Attraktionen. Wandern, Bergsteigen, Mountainbiken, Radfahren, Skifahren. Und man bekommt das italienisch-alpine Flair gleich mitgeliefert.

Gut, wenn man einen Reiseonkel hat, der diese Gegend wahrscheinlich besser kennt als seine Westentasche. Vom Parkplatz gehen wir zur Alpe del Lago. Das dauert nur ein paar Minuten und man steht plötzlich vor einer imposanten Bergwelt. Das Wetter tut sein übriges. Herrliche Wolkenspiele sorgen minütlich für neue Eindrücke.

Hier zahlt es sich aus, nicht nur gegen die Uhr zu wandern. Innehalten und die Natur mit allen Sinnen aufsaugen. Ist das nicht der eigentliche Sinn des Wanderns? Bei keiner anderen Fortbewegung ist unsere Seele so im Einklang mit dem Erlebten.

Mittagskogel im Wolkenmeer

Bei der Hütte biegen wir rechts ab auf den Wanderweg 514-515. Auf einem steilen Trail geht es Höhenmeter für Höhenmeter nach oben bis zur Sella Colrotondo auf 1.400 Meter. Dort angekommen, folgt man dem Sattel auf einem Forstweg, bis man eine Lichtung mit einem markanten Hochsitz erreicht.

1.486 Meter ist dieser „Hügel“ hoch. Von hier aus hat man einen wunderbaren Rundumblick. Besonders beeindruckend an diesem Tag: Der Mittagskogel  – der markanteste Berg der westlichen Karawanken – taucht aus einem Wolkenmeer auf. 

Auf der Forststraße geht es zurück. Nun steigen wir ins Tal des Rio Nero ab. Das feuchte Laub erfordert höchste Konzentration, es ist verdammt rutschig. Auf einem Stein erspähen wir plötzlich eine schwarze Madonna.

Nach einer kurzen Pause gehen wir weiter Richtung Val Romana immer dem Wasser entlang. Unter einem Viadukt hindurch – oben verläuft der Radweg von Tarvis nach Slowenien – gehen wir dann zurück zu unserem Ausgangspunkt. In Aclete folgen wir den Schildern „Ai Laghi“. Eine weitere kleinere Tafel zeigt uns an, dass wir hier auf der Rundtour E5 des Alpe-Adria-Trails unterwegs sind, wenn man diese Extraroute über Tarvis wählt.

Durch einen Wald geht es zurück zu den Seen, wir nehmen den Weg über die Alpe del Lago, wo sich unser Kreis schließt. Knapp 13 Kilometer sind es am Ende. Für diesen Wanderweg haben wir mit Pausen knapp drei Stunden gebraucht. Die vielen neuen Eindrücke werden uns noch länger in unseren Köpfen bleiben.

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