Als Klagenfurt für einen Moment Ljubljana wurde

Drehorte üben auf Filmliebhaber, also Cineasten, eine große Faszination aus. Da können schon Stunden über Stunden vergehen, wenn man in die imaginäre Welt der großen und kleinen Klassiker eintaucht.

Im Kino, wenn der Film als Ganzes präsentiert wird, merkt man nicht, wie viele verschiedene Drehorte verwendet werden für zum Beispiel eine Kleinstadt, die vor dem geistigen Auge als solche erscheint, in Wahrheit aber oft durch unzählige verschiedene Aufnahmeorte, die hunderte Kilometer von einander entfernt sind, zusammengesetzt wird. Eine der wohl besten Websites für Filmtouristen und solche, die es noch werden wollen, ist diese hier.

Auch in Klagenfurt gibt es diese Drehorte. Oft und oft geht man daran unbewusst vorbei. Zum Beispiel auf dem Volkmannweg auf dem Kreuzbergl Richtung Kreuzberglwiese. Die Wenigsten der Abertausenden, die die wunderbare Naturarena nahe der Landeshauptstadt in ihr Freizeitvergnügen einbeziehen, wissen, dass genau hier Klagenfurt in einem Film für einen kurzen Moment zur slowenischen Hauptstadt umfunktioniert wurde.

Vandalen haben das Schild über den Film- und Kinoweg zerstört (18. Mai 2017)

Nur die aufmerksamen Spaziergänger haben vielleicht schon einmal beim Blick auf den Botanischen Garten oder auf Klagenfurt das Schild über den Klagenfurter Film- und Kinoweg gesehen, das einen Hinweis auf den hier gedrehten und 1964 veröffentlichten Film – Der gelbe Rolls-Royce – liefert.

Leider haben Menschen in der heutigen Zeit keinen Respekt mehr vor der Arbeit und Leidenschaft anderer. Anders ist die Schmieraktion auf dem Schild (siehe auch Bild links) nicht zu erklären. Das ist wirklich ärgerlich und zum Fremdschämen.

Aber zurück zum Thema: In der Szene (hier auf Youtube in englischer Originalversion), in der der eigentliche Hauptdarsteller des Films, der gelbe Rolls-Royce, mit seinen Insassen – Mrs. Gerda Millet (Ingrid Bergman) und Davich (Omar Sharif) – nach einem geglückten Schmuggelversuch von Österreich nach Jugoslawien Ljubljana erreicht, wird dem aufmerksamen Beobachter nach wenigen Sekunden klar, dass die Stadt im Hintergrund Klagenfurt sein muss. Und so ist es auch.

Neben Klagenfurt waren in Kärnten auch der Alte Loibl und Ferlach Drehorte für diesen wunderbaren Episodenfilm.

Wer mehr über die Kärntner- und vor allem Klagenfurter Kinogeschichte wissen möchte, ist auf der Facebook-Seite des Kinomuseums und auf der Website von Mag. Klaus Pertl bestens aufgehoben. Auf die Sonderschau 2017 können sich Kinoenthusiasten schon freuen. Ab 1. Juli ist das Museum wieder geöffnet.

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