Sanfte Wanderung im Biosphärenpark Nockberge

Wandern in den Kärntner Nockbergen ist nicht nur ein Genuss für die Sinne. Es ist Balsam für die Seele.

Die landschaftlichen Formen erinnern ein bisschen an die Eindrücke während der spektakulären Busfahrt in den Highlands von Glasgow nach Oban im unvergesslichen Schottland-Urlaub 2019. Selten war eine Landschaft so berührend.

Da trifft es sich gut, dass die „Nocky Mountains“, wie die Nockberge liebevoll genannt werden, nur rund eine Autostunde von Klagenfurt (Anreise-Details siehe unten) entfernt sind. Urlaubserinnerungen auffrischen und neue Perspektiven suchen. Das ist eine gute Mischung für einen Wanderausflug.

Nach dem Wöllaner Nock und der Wanderung auf der Millstätter Alpe zum Granattor steht dieses Mal die Nockberge Biosphärenpark-Runde auf dem Wander-Zettel.

Die Wanderung an einem sehr heißen Sommertag – in knapp 2.000 Metern hat es schon um 09:30 Uhr 20 Grad – beginnt bei der Bergstation der Biosphärenparkbahn Brunnach. Die Fahrt mit der Kabinenbahn kostet € 22,50 Euro. Kärnten Card Besitzer haben einmal täglich eine Berg- und Talfahrt gratis. Die erste Bergfahrt ist um 09:00 Uhr, die letzte Talfahrt um 16:30 Uhr.

Video: Eine Runde Biosphärenpark Nockberge

Die ersten Eindrücke nach Verlassen der Kabinenbahn sind der Rundumblick auf die Kärntner Nock-Bergwelt und das modern gestaltete Panorama Restaurant Nock In. In der Ferne sind die Julischen Alpen und die Gailtaler Alpen zu sehen.

Ein weiterer Eindruck ist der wunderschön angelegte Wasser-Aktiv-Park, der nicht nur Kinderherzen mit dem Wasserlabyrinth höher schlagen lässt. Auch Erwachsene gönnen sich hier nach einer Wanderung eine Abkühlung. Für Kinder auch ein großer Anziehungspunkt sind die Flöße, an denen man sich über den Teich ziehen kann. Naturerlebnis in Verbindung mit spielerischen Elementen ist eine gute Idee.

Zur Orientierung auf der Nockberge Biosphärenpark-Runde dienen jeweils Holzpflöcke mit einer türkisen Tafel. Die nock/art Route 5 ist Teil eines 2012 gestarteten Kunstprojekts, das „mit zeitgenössischer Kunst eine Auseinandersetzung mit der Landschaft, den in ihr lebenden Menschen und dem Wandern“ bieten möchte.

Zusatzeffekt ist, dass immer wieder sehr lehrreiche kurze Texte zum jeweiligen Tourabschnitt und dem dazugehörigen Landschaftsraum geliefert werden. Die Runde ist mit 7,2 Kilometern veranschlagt, Aufstieg und Abstieg halten sich mit 308 Höhenmetern die Waage. Die Dauer ist mit 3:20 Stunden angegeben. Das ist aber nur ein Anhaltspunkt. Bei so vielen neuen Wahrnehmungen sollte der Blick auf die Uhr keine große Rolle spielen.

Was ist ein Biosphärenpark?

Der UNESCO Biosphärenpark Nockberge vereint laut der offiziellen Website die Bereiche Natur und Kultur, Freizeit und Wandern sowie Forschung und Bildung.

Die Nockberge sind – wenn man diese mit anderen Kärntner Berglandschaften vergleicht – einzigartig. Nicht nur der runden und sanften Formen wegen. Diese Natur- und Kulturlandschaft ist äußerst vielfältig, das fällt bei einer Wanderung sofort auf. Sowohl, was die Pflanzenwelt und die Tierwelt, aber auch die Gesteinszusammensetzung betrifft.

Eine der wesentlichen Aufgaben des Parks ist die Vermittlung von Wissen, das vor allem an Schülerinnen und Schüler und deren Begleitpersonen weitergegeben wird. So werden Projektwochen veranstaltet, in denen die Themen dieser Region bearbeitet werden und die Jugendlichen die Natur aus nächster Nähe im wahrsten Sinne erspürbar machen. Die Corona-Krise hat die Programme 2020 nach hinten verschoben, auf der Website gibt’s immer die aktuellen Informationen.

Bilder: Naturschauspiel Nockberge

Auf unserer Runde geht es zuerst moderat Richtung Mallnock, mit seiner Form der Inbegriff eines Nocks. Der Weg ist breit und die Alm-Landschaft eingebettet in eine sagenhafte Bergwelt einfach zum Genießen. Während die satt gefressenen Kühe gemütlich auf der Weide liegen, können sich die Wanderinnen und Wanderer nicht von der Schönheit dieser Umgebung satt sehen.

Beim Brunnachgatter haben die Wandergäste die Qual der Wahl. Geradeaus geht es auf den Gipfel des Mallnocks (2.226 Meter), links biegt der Weg Richtung „Rote Burg“ ab. Wer genug Zeit hat und gut in Form ist, kann den Mallnock-Gipfel hier ruhig einplanen.

Nach einigen Minuten entlang des Westhanges des Mallnocks erreicht man die Rote Burg. Diese markante Felsformation aus Dolomitgestein mit Eisenanteil erscheint mit ihren zahlreichen Zinnen wie eine Burg, daher auch der Name. Zeit nehmen für eine Pause. Die berühmte Nockalmstraße ist von hier aus sichtbar und der Mallnock wirkt nun aus der Nähe noch imposanter.

Nach einem kurzen Abstieg zum unteren Oswalder Bock-Sattel verändert sich die Szenerie nach der bisherigen Alm-Landschaft in ein alpines Gelände mit Latschen und felsigem Untergrund. Der kurze, knackige Anstieg eröffnet nach wenigen Minuten ein wunderbares Naturschauspiel.

Vom Pfannnocksee über die Bockhütte zum Nock In

Der Pfannnocksee liegt in einer Karmulde, umrahmt vom großen (2.254 Meter) und kleinen Pfannnock (2.200 Meter). Die vielen kleinen schwarzen Lebewesen im Wasser erweisen sich als Kaulquappen, die hier ihre Zeit verbringen, um bald Frösche zu werden. Weiter geht die Runde über einen schmalen Pfad. Immer wieder stehen bleiben, lautet das Motto: Hier gibt es unglaubliche Nah- und Fernblicke. Gratis und in Farbe.

Ideal für einen kurzen Zwischenstopp auf dem Weg zurück zum Ausgangspunkt ist die St. Oswalder Bockhütte. Empfehlenswert sind unter anderem die Krapfen und der Kaiserschmarrn. Kalorienauftanken geht hier auf Sitzplätzen rund herum im Gelände. Jeder Platz wird bei der kleinen, aber sehr feinen Bockhütte genützt. Die Getränke werden im Brunnen gekühlt.

Zurück zur Bergstation geht es über einen breiten Waldweg. Als Abschluss eines sehr schönen Wandertages folgt ein Essen im Panorama Restaurant Nock In, dessen Terrassen nun voll sind. Das Essen (Kärntner Kasnudel, knackige Blattsalate mit Hendelbruststreifen) und die Getränke werden von freundlichen und charmanten Kellnerinnen serviert.

Die Ausblicke von der Terrasse auf die Berge und den gleich darunter liegenden Speichersee lassen den Tag ausklingen. Und wer noch nicht genug Bewegung gemacht hat, kann seinem Körper auf dem schön angelegten Mountain Yoga Trail Bad Kleinkirchheim mit verschiedenen Übungsstationen noch etwas Gutes tun.

Anreise:

Von Klagenfurt und St. Veit an der Glan nach Feldkirchen, dann weiter auf der B95 über Himmelberg, Gnesau, bei Patergassen auf die B88 nach Bad Kleinkirchheim abbiegen. Hier nach rechts auf die St. Oswalder Straße und bis zur Biosphärenparkbahn Brunnach fahren. Vom großen Parkplatz führt eine Brücke zur Biosphärenparkbahn.

Von Villach fährt man auf der B98 über Afritz, Feld am See und Radenthein nach Bad Kleinkirchheim und biegt dort auf die St. Oswalder Straße ab.

Von Salzburg kommend auf der A10 beim Knoten Spittal Richtung Seeboden abfahren, weiter auf der B98 nach Millstatt und dann über Döbriach und Radenthein bis Bad Kleinkirchheim fahren. Hier links abbiegen auf die St. Oswalder Straße bis zur Biosphärenparkbahn Brunnach fahren.

Nützliche Links im Überblick:

Alle Infos zur Region Bad Kleinkirchheim auf der offiziellen Website

Die Region Bad Kleinkirchheim auf Facebook, Instagram, Twitter und YouTube

Alle Infos zum UNESCO Biosphärenpark Nockberge auf der offiziellen Website

Der UNESCO Biosphärenpark Nockberge auf Facebook und Instagram

Alle Infos zur Kärnten Card bei der Biosphärenparkbahn Brunnach

Die Kärnten Card auf Facebook und Instagram

Das Panorama Restaurant Nock IN auf Facebook und Website

Alle Infos zur Region Nockberge auf der offiziellen Website

Die Region Nockberge auf Facebook und Instagram

Interaktive Zusatzinfos von SIMILIO

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