Klagenfurt: Goldener Herbst am Lendkanal

Der Lendkanal in Klagenfurt ist zu jeder Jahreszeit einen Spaziergang wert. Im Winter, wenn er zufriert, wird er sogar zum Eistraum, auf dem die jungen Eishockey-Cracks den vielen KAC-Legenden nacheifern, die zum Teil auch hier ihre ersten Schritte auf Eis gemacht haben.

Im Herbst, wenn sich die Blätter der Bäume verfärben, ist ein Streifzug am Ufer des rund vier Kilometer langen künstlichen Wasserweges zwischen der Innenstadt und dem Wörthersee ein Fest für alle Sinne. Er diente laut Website der Stadt Klagenfurt einst zur Versorgung der Stadt mit Bau- und Heizmaterial und speiste auch den rund 34 Meter breiten und sieben Meter tiefen Stadtgraben mit Wasser.

Natürlich nutzten auch die Fischer diesen Verkehrsweg, um ihren Fang in die Klagenfurter Innenstadt zu transportieren. Heute ist der Lendkanal eine Bewegungs- und Begegnungszone. Radfahren, Laufen, Spazierengehen am Wasser sind immer eine gute Möglichkeit der Entschleunigung. Extrem sportlich geht’s jährlich beim Ironman Austria-Kärnten zu: Ein Teil der Laufstrecke verläuft am Lendkanal, bevor es in der Innenstadt zur Wende geht.

Von der Hafenstadt am Lendhafen zum Wörthersee

Wir starten unseren Spaziergang beim Lendhafen. In den letzten Jahren hat sich hier eine junge, kreative und urbane Szene mit kulinarischen und künstlerischen Angeboten angesiedelt und etabliert, die ein wichtiger Impuls für die Klagenfurter Stadtentwicklung ist und keine Vergleiche mit anderen Städten zu scheuen braucht.

Hafen bedeutet einerseits Ankommen, andererseits aber auch Startpunkt für eine Verbindung mit anderen Orten. Ein idealer Ausgangspunkt, um den Lendkanal in seiner gesamten Länge zu erleben. Der Elisabethsteg markiert das Ende beziehungsweise den Anfang des Lendkanals.

Von hier aus hat man eine Sichtachse Richtung Innenstadt über das kleine Viertel zwischen Tarviser Straße, Hafengasse, Lendgasse und Villacher Straße hinweg. Unten am Lendhafen gibt es immer wieder sehens- und hörenswerte Veranstaltungen der Lendhauer. Der Verein strebt eine nachhaltige kulturelle Stadtraumentwicklung an, die immer mehr sichtbar wird.

Der Elisabethsteg wurde 1856 gebaut und Kaiserin Sisi war bei der Eröffnung zur großen Freude der Klagenfurter Bevölkerung als 19-jährige Dame dabei. Richtet man den Blick Richtung Wörthersee, ist rechter Hand die evangelische Johanneskirche zu sehen. Beim Eingangstor zur Pfarre gleich daneben erinnert ein Schild mit dem Zitat „Mein Reich ist in der Luft“ an den Klagenfurter Dichter Gert Jonke.  

Video: Spaziergang am Lendkanal

Vom Elisabethsteg ist es nicht weit zum Jergitschsteg, der seinen Namen vom Klagenfurter Ferdinand Jergitsch hat. Er war 1864 der Begründer der ersten Freiwilligen Feuerwehr in Österreich. Einigen Klagenfurterinnen und Klagenfurtern wird er auch als Namensgeber des ehemaligen Jergitsch-Gymnasiums bekannt sein, das jetzt Ingeborg-Bachmann-Gymnasium heißt.

Das Schöne am Lendkanal ist, dass die Brücken immer in Sichtweite zu einander sind. Das ergibt sehr schöne Fotomotive in beide Richtungen. Vom Jergitschsteg aus ist die schönste Brücke des Lendkanals zu sehen, die Rizzibrücke. Leider wird die 1902 im Jugendstil erbaute Brücke immer wieder mit Schmierereien verunstaltet.

Vom Jergitschsteg zur Rizzibrücke

Auf dem Weg zwischen Jergitschsteg und Rizzibrücke sind nicht nur wunderschöne Villen in der Tarviser Straße zu bestaunen, auch die Natur bietet Sehenswürdigkeiten in Form einiger imposanter Robinien.

Namensgeber für die Brücke war Vinzenz Rizzi. Ein in Spittal an der Drau geborener katholischer Priester und deutschnationaler Journalist, der sich laut slowenischem Kulturverband „als Wegbereiter liberaler Ideen für die Gleichberechtigung aller Völker in den Habsburger Ländern einsetzte. Sein Appell »Nicht unterdrückt, sondern erlernt soll die slowenische Sprache werden«, war ein Aufruf zur Schaffung einer Kultur des Zusammenlebens in Kärnten, gültig nicht nur für seine Zeit, sondern auch für die kommenden Jahrhunderte.“

Ein schönes Symbol, wenn eine Brücke, die verbindet, nach einem Menschen benannt wird, der sich für die Verbindung eingesetzt hat. So ist heute auch ein Preis nach ihm benannt, der an Menschen verliehen wird, die Initiativen für die interkulturelle Verständigung setzen. Gestorben ist Rizzi in dem Jahr, als der Elisabethsteg eröffnet wurde.

Die Rizzibrücke verbindet die Villacher Straße mit der Rizzistraße. Diese mündet in den Rizzisteig und bildet so eine Achse zu einer weiteren berühmten Klagenfurter Naturarena, dem Klagenfurter Kreuzbergl. Hier ist die Höhe das Zill. Dieses Mal biegen wir aber nicht ab, sondern gehen weiter Richtung Wörthersee.

Bilder: Herbstliche Farbenpracht am Lendkanal

Bei der Autobahn- und Eisenbahnbrücke haben Graffiti-Künstler von der Stadt die Erlaubnis erhalten, die Unterführung zu veredeln. Das „Enjoy life“ steht hier schon seit vielen Jahren. Ein international kärntnerisches Motto, das man am Lendkanal gleich umsetzen kann.

Der Blick zurück zur Rizzibrücke erweist sich als Meisterwerk der Natur. Kein Fotograf, kein Maler schafft es, diese Pracht so festzuhalten, wie die Natur das „live und in Farbe“ tut.

Steinerne Brücke

Wieder ein paar Schritte weiter taucht die Steinerne Brücke auf. Auf dem Weg erfährt man viel über Klagenfurter Stadtgeschichte. Die Steinerne Brücke wurde 1535 erbaut und zwei Mal renoviert, in erster Linie für den Autoverkehr mit einer Verbreiterung. Sie ist Klagenfurts älteste Brücke und eine der ältesten Brücken in Europa. Die Spiegelung des halben Rundbogens im Wasser ergibt einen ganzen Rundbogen, ein sehr beliebtes Fotomotiv.

Die Steinerne Brücke ist im Sommer ein beliebter Treffpunkt nach einem Badetag im Strandbad. Ein Eis beim Morle-Eissalon gehört einfach zu einem perfekten Sommertag. Ein kleines Manko im Herbst ist, dass es leider keine Möglichkeit gibt, entlang des Lendkanals einen Kaffee zu genießen.

Auf dem Weg von Steinernen Brücke bis zum nächsten Verkehrsübergang, der Paternioner Brücke, ist der Heinzelsteg. Er wurde 1962 als Fußgängerübergang errichtet. Als ein Kajakfahrer sein Paddel durch das Wasser zieht, wird wieder sichtbar, was der Lendkanal auch ist und eingangs erwähnt wurde: Eine Sportarena.

Sportarena Lendkanal

Neben Laufen, Radfahren und Spazierengehen stehen Kajakfahren und Stand-Up-Paddling hoch im Kurs. Auch bei niedrigeren Temperaturen. Kurz vor der Paternioner Brücke ist Zeit zum Innehalten. Hier stehen ein paar Pappeln, die sich im schönsten Herbstkleid präsentieren. Natur findet Stadt.

Nun geht es unter der Autobrücke der Villacher Straße hindurch. Kopfeinziehen ist unter der Paternioner Brücke (benannt nach einem ehemaligen Gasthaus) für den Blick Richtung Loreleisteg nicht nötig. Nach dem Loreleisteg, der die Unigegend mit der Minimundus-Gegend verbindet, geht es unter dem Südring Richtung Europapark. Ein Eldorado mit viel Spiel(platz) für „Jung und Alt“. Im Skaterpark eifern viele Jugendliche der Legende Tony Hawk nach, falls sie den „Birdman“ überhaupt noch kennen…

Bei der Ironman-Skulptur, auf der alle Klagenfurt-Sieger verewigt sind, schauen wir zur spektakulären Fassade des „Das Seepark“. Das Hotel hat sogar einen eigenen Strand und die gut gemixten Cocktails in der Gig Bar sprechen sich in Klagenfurt und Umgebung seit längerer Zeit herum. An dieser Stelle wechseln die „Eisernen“ beim Ironman Austria von der Schwimmstrecke auf die Radstrecke.

Klagenfurter Kino- und Stadtverkehrsgeschichte

Die Boote, die hier bei der Anlegestelle ihr Dasein bis zum nächsten Sommer fristen, erinnern daran, dass der Wörthersee immer näher rückt. Wir befinden uns längst auf dem Lorettoweg, von dem man wenig später das gegenüberliegende „Buffet zur Tramway Klagenfurt“ in der Wilsonstraße erspäht.

Das Klagenfurter Kinomuseum und das Klagenfurter Stadtverkehrsmuseum liegen hier und sind im Sommer ein Pflichtprogramm für Menschen, die sich für Kinogeschichte und Verkehrsgeschichte interessieren. Diese beiden Museen sind mit viel Herzblut gemacht.

Zu diesen Sehenswürdigkeiten gelangt man über den 1990 errichteten überdachten Lorettosteg. Über die Wilsonstraße würde man zum Schilfweg in das Natura2000-Landschaftsgebiet kommen, das 2005 im Lendspitz Maiernigg installiert wurde. Der Schilfweg geht durch eine herrliche Naturlandschaft und ist auch eine wunderschöne Laufstrecke an der Glanfurt – auch bekannt als Sattnitz.

Dieses Mal gehen wir den Lorettoweg weiter bis zum Restaurant Maria Loretto, dessen Umgebung sehr gepflegt ist. Nicht nur das Essen im „Loretto“ ist sehr gut, auch die Ausblicke auf den Wörthersee sind hier sehr schön. Vorher werfen wir aber beim Strandbad Loretto noch einen Blick über den herbstlichen Wörthersee mit Strandbad Klagenfurt und dem Klagenfurter Weingarten.

Beim Übergang von Lendkanal in den Wörthersee herrscht reger Flugverkehr, zahlreiche Enten starten und landen in dem Moment, als wir daran vorbei gehen.

Als krönender Abschluss wartet auf der Plattform zwischen dem Restaurant und dem Schloss Loretto ein Ausblick auf den Wörthersee. Und schon ist das Motto des Lendkanals wieder im Sinn: „Enjoy life“!

Nützliche Links im Überblick:

Die Tourismusregion Klagenfurt am Wörthersee auf Facebook, Instagram und YouTube
Alle Infos zur Tourismusregion Klagenfurt auf dem offiziellen Tourismusportal

Stadt Klagenfurt auf Facebook, Instagram, YouTube und Twitter
Alle Infos zur Stadt Klagenfurt auf der offiziellen Website

Lendkanal Klagenfurt auf Facebook

Hafenstadt Urban Area auf Facebook und Instagram
Alle Infos zur Hafenstadt Urban Area auf der offiziellen Website

Das Wohnzimmer – Café, Bar, Musik auf Facebook und Instagram
Alle Infos zu Das Wohnzimmer – Café, Bar, Musik auf der offiziellen Website

Lendhafencafe auf Facebook und Instagram

Lendhauer – Lendspiel auf Facebook und Instagram
Alle Infos zum Verein Lendhauer auf der offiziellen Website

Das Seepark Wörthersee Resort auf Facebook und Instagram
Alle Infos zum Das Seepark auf der offziellen Website

Kinomuseum Klagenfurt auf Facebook, Instagram und Twitter
Alle Infos zum Kinomuseum Klagenfurt auf der offiziellen Website

Restaurant Maria Loretto am Wörthersee auf Facebook und Instagram
Alle Infos zum Restaurant Maria Loretto am Wörthersee auf der offiziellen Website

Kärnten – It’s my life auf Facebook, Instagram, Twitter und YouTube
Alle Infos zum Urlaub im Süden auf dem offiziellen Tourismusportal Kärnten – It’s my life

Alle SüdSehnSucht-Storys zu Klagenfurt
Interaktive Zusatzinfos von SIMILIO

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